Was ist eine beeidigte Übersetzung und wer darf sie anfertigen?

Wer ist ein beeidigter Übersetzer?
Ein beeidigter Übersetzer hat vor einem türkischen Notar für eine bestimmte Sprache einen Eid geleistet. Das Notariat prüft Abschluss und Sprachqualifikation, nimmt Identität und Unterschriftsprobe zu den Akten. Ab diesem Zeitpunkt darf der Übersetzer seine Übersetzungen in dieser Sprache stempeln und unterschreiben.
Der Stempel ist keine Zierde: Er begründet die rechtliche Verantwortung für die Übereinstimmung mit dem Original. Für Fehlendes oder Falsches haftet der Übersetzer.
Was der Stempel ausweist
Auf der letzten Seite einer beeidigten Übersetzung stehen:
Drei Schichten, eine Kette
| Schicht | Was hinzukommt |
|---|---|
| Beeidigte Übersetzung | Stempel und Unterschrift des Übersetzers |
| Notarielle Beglaubigung | Bestätigung der Befugnis des Übersetzers |
| Apostille | Vermerk des Gouvernements — macht die Urkunde im Ausland gültig |
Jede Schicht baut auf der vorherigen auf und lässt sich nicht überspringen. Verlangt eine Behörde eine Apostille, verlangt sie damit auch die vorherige Beglaubigung.
Wo wird sie verlangt?
Gerichtsentscheidungen, Personenstands- und Familienurkunden, Zeugnisse und Notenspiegel, Unternehmensvollmachten, Arztberichte, Bank- und Steuerunterlagen — kurz: jedes Dokument, das einer Behörde vorgelegt wird.
Wo nicht?
Werbetexte, Website-Inhalte, Präsentationen und interne Korrespondenz brauchen keinen Stempel. Dort zählen Terminologietreue und Lesbarkeit.
