Bei welchen Dokumenten ist eine beeidigte Übersetzung Pflicht?

Was heißt "beeidigt"?
Ein beeidigter Übersetzer hat vor einem türkischen Notar für eine bestimmte Sprache einen Eid geleistet; Identität und Befugnis sind aktenkundig. Stempel und Unterschrift tragen die rechtliche Verantwortung für die Richtigkeit der Übersetzung. Genau das unterscheidet sie von einer freien Übersetzung: Auch ein fehlerfreier Text wird ohne Stempel im Amtsverkehr nicht anerkannt.
Dokumente, die eine beeidigte Übersetzung erfordern
| Dokument | Grund |
|---|---|
| Personenstandsregisterauszug, Geburts- und Heiratsurkunde | Identitäts- und Personenstandsverfahren |
| Zeugnis, Notenspiegel, Studienbescheinigung | Anerkennung und Einschreibung |
| Verträge, Vollmachten, Gerichtsentscheidungen | Rechtsgültigkeit |
| Kontoauszüge, Steuerbescheinigungen, Bilanzen | Finanzielle Nachweise |
| Arztberichte, Epikrisen, Rezepte | Behörden- und Versicherungsverfahren |
| Handelsregisterblatt, Unterschriftenzirkular | Unternehmensvorgänge |
Wenn der Stempel nicht genügt
Bei manchen Verfahren reicht der Stempel allein nicht; darüber kommt die notarielle Beglaubigung und, wenn das Dokument im Ausland verwendet wird, zusätzlich die Apostille. Die Kette lautet:
Beeidigte Übersetzung → Notarielle Beglaubigung → Apostille
Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, welche Stufe die empfangende Stelle verlangt — jede Stufe kostet Zeit und Geld.
Wo sie nicht nötig ist
Interne Korrespondenz, Werbetexte, Website-Inhalte, Präsentationen und Produktkataloge werden keiner Behörde vorgelegt und brauchen keinen Stempel. Dort zählen Terminologietreue und Lesbarkeit, nicht die Beglaubigung.
Der häufigste Ablehnungsgrund
Kein Inhaltsfehler, sondern eine Unstimmigkeit bei Namen und Daten. Namensschreibweisen, Datumsformate und Behördenbezeichnungen müssen exakt so übernommen werden, wie sie im Dokument stehen. Ein Übersetzer, der sie "korrigiert", macht das Dokument unbrauchbar.
